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4.6 Zuordnung der Partner

Für das Gelingen des Austausches ist es besonders wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler Austauschpartner erhalten, mit denen sie gut auskommen. Deshalb muss die Zuordnung der Paare besonders sorgfältig geschehen. Hilfreich ist, zunächst an die deutschen Schülerinnen und Schüler einen Fragebogen auszuteilen, in dem wichtige persönliche Daten abgefragt werden, die den Lehrerinnen und Lehrern helfen sollen, den geeigneten Partner zu finden. Dabei werden folgende Informationen besonders benötigt:

Da häufig die Angaben der Schülerinnen und Schüler zur Selbstcharakterisierung stereotyp positiv ausfallen ("nett, freundlich, hilfsbereit") und die Eltern manchmal keine oder nur eine vage Einschätzung abgeben, ist es besonders wichtig, die Klassenlehrerinnen und -lehrer um präzise Angaben zu bitten.

Die Partnerschule sollte bei ihren Schülerinnen und Schülern einen ähnlichen Bogen ausfüllen lassen, damit für die Zuordnung auch für die Jugendlichen der anderen Seite die nötigen Informationen vorliegen. Je nach Schule werden die Angaben mehr oder weniger ausführlich und verlässlich sein.

Bei den für die Zuordnung der Partner erforderlichen Informationen handelt es sich um Daten, die über das hinausgehen, was die Schule im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes als Datenbestand führen darf (z.B. Schülerstammblatt). Angaben über Hobbys, Geschwister, Berufe der Eltern, Krankheiten und Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler überschreiten die in den Verwaltungsvorschriften der Länder (für NRW z.B. BASS 10-44 Nr. 1) gezogenen Grenzen. Da die Erhebung dieser Daten aber zur rechtmäßigen Erfüllung der Aufgaben der Schule, in diesem Fall zur Durchführung des Austausches, unerlässlich ist, sind die Bestimmungen des jeweiligen Landesdatenschutzgesetzes anzuwenden. Dies bedeutet z.B., dass die Betroffenen, also die Eltern, über die zu erhebenden Angaben und ihren Zweck unterrichtet werden und ihr Einverständnis dazu geben. Dies kann in Form einer schriftlichen Erklärung geschehen. Sollte das Einverständnis verweigert werden, so können nur die im Schülerstammblatt vorhandenen Daten genutzt werden (Name, Anschrift und Telefon, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit). Dies würde allerdings eine sinnvolle Zuordnung außerordentlich erschweren.

Entsprechende Daten über die ausländischen Partner unterliegen nicht dem Datenschutzgesetz, sollten aber nur im notwendigen Rahmen weitergegeben werden. Angaben zur Charakterisierung der Schülerinnen und Schüler etwa können nicht an die Partner weitergeleitet werden. Natürlich können die Beteiligten in ihren privaten Briefen beliebig weitere Informationen über sich und ihre Familien austauschen.

Nach Abschluss der Begegnung müssen die erhobenen Daten vernichtet werden.

Für die Zuordnung der Partner sollten sich die organisierenden Lehrerinnen und Lehrer ausreichend Zeit nehmen, da insbesondere bei größeren Gruppen angesichts der recht zahlreichen Kriterien verschiedene Alternativen der Zuordnung durchprobiert werden müssen, bevor eine befriedigende Lösung für alle gefunden werden kann. Danach können die Teilnehmer über das Ergebnis informiert und eine Liste mit Namen und Anschriften der Paare angefertigt werden.