5. Kinderarbeit

Kinderarbeit ist bei uns heute verboten. Vor 150 Jahren mussten die Kinder selbstverständlich arbeiten. 1825 arbeiteten zum Beispiel in einer rheinischen Spinnerei bei Tag 95, bei Nacht 80 Kinder. Die Arbeitszeit dauerte im Sommer von 7 Uhr früh bis 9 Uhr abends, im Winter von 8 Uhr früh bis 9 Uhr abends. Die kleineren Kinder bekamen in dieser Fabrik bis zu 2 Silbergroschen, die größeren 3 Silbergroschen täglich. Die Arbeitszeit betrug durchschnittlich 10 bis 15 Stunden.

Kinderarbeit Kinderarbeit in einer Fabrik in Aschaffenburg, 1858

Die Schulbildung dieser Kinder war schlecht. 1819 ergab eine Untersuchung: “Von 715 Arbeiter-Kindern können 234 ein wenig rechnen; 351 können ein wenig schreiben; 455 können lesen und 39 besitzen Religionskenntnisse.”

Viele Fabrikherren dachten, sie seien Wohltäter, wenn sie Kinder arbeiten ließen, weil sie auf diese Weise den Familien ein zusätzliches und dringend benötigtes Einkommen ermöglichten. Aber da viele Kinder von der Arbeit krank wurden und das Militär zunehmend Probleme hatte, gesunde Rekruten für die Armee zu finden, verkündete man 1839 ein Gesetz in Preußen:

“Ein Kind unter 10 Jahren darf nicht in einerFabrik arbeiten. Jedes Arbeiter-Kind soll einen dreijährigen Schulbesuch nachweisen können. Die Höchstarbeitszeit für Kinder beträgt 10 Stunden am Tage. Zwischen diesen 10 Stunden sollen 2 Freistunden liegen, in denen Bewegung in freier Luft gewährt werden soll.” Im Jahr 1853 verbot die preußische Regierung die Fabrikarbeit für Kinder unter 12 Jahren. Die Kinder durften aber zu Hause und in der Landwirtschaft arbeiten.