Die Industrielle Revolution in Mülheimer Straßennamen

Aktienstraße (1939) Sie diente dem Transport der Kohle von Essen-Borbeck zum Mülheimer Hafen. Zu ihrem Bau wurde extra eine Aktiengesellschaft gegründet.
Alte Schleuse (1859) Dort war die erste Schleuse an der Ruhr.
Am Alten Bahnhof (1989) An dieser Stelle lag der Bahnhof Saarn der Ruhrtalbahn. Sie wurde 1876 zwischen Styrum und Kettwig eröffnet.
Am Bahnhof Broich (1937) Hier befand sich der Bahnhof Broich der Ruhrtalbahn. Heute liegt hier die Müga.
Am Eisenstein (1921) Dort stand früher die Zeche Eisenstein. Sie hatte aber keine besondere Bedeutung.
Am Erbstollen (1997) Hier befand sich früher ein Erbstollen, der Richtung Ruhr führte.
Am Förderturm (1971) Hier stand ein Förderturm der ehemaligen Schachtanlage Zeche Rosenblumendelle.
An der Werkstätte (1914) Hier stand das Eisenbahn-Ausbesserungswerk Speldorf der Rheinischen Bahn. Die Werkstätte wurde 1874 gegründet. Heute werden die Hallenbereiche als Betriebshof der Stadt genutzt.
August-Thyssen-Straße (1922) August Thyssen (1842- 1926) schuf mit dem Thyssen- Konzern einen der größten deutschen Montan- Konzerne, er war Ehrenbürger der Stadt MH und hat sehr viel zur Industrialisierung beigetragen.
Bahnstraße (1867) Die Bahnstraße verläuft an der im Jahre 1865 eröffneten Rheinischen Eisenbahnstrecke.
Barbarastraße (1914) Die heilige Barbara ist Schutzpatronin der Bergleute. Hier liegt auch die Barbarakirche.
Beckstadtstraße (1950) Ein Flöz des hiesigen Bergbaus trägt den Namen Beckstadt.
Bergische Straße (1885) Sie liegt parallel zur 1862 eröffneten Bergisch- Märkischen Eisenbahn, die das Ende des Kohlentransports auf der Ruhr förderte.
Bertha-Krupp-Platz (1982) Bertha Krupp (1886- 1957), Erbin des Krupp-Konzerns und Förderin sozialer Einrichtungen der Firma.
Blumendeller Straße (1914) Die Blumendeller Straße und die Rosendeller Straße führten zur Zeche Rosenblumendelle.
Bremsberg (1921) In schräg verlaufenden Förderstrecken werden die Förderwagen über einen Seilzug gebremst.
Christian-Weuste-Straße (1960) Christian Weuste war von 1822 bis 1852 Bürgermeister Mülheims, er trug sehr zur Entwicklung zu einer Industrie- und Großstadt bei.
Dickebank (1971) Das um 1800 erschlossene Flöz "Dickebank" wurde später von der Zeche Leybank übernommen.
Dinnendahls Höhe (1931) Johann Dinnendahl (1780- 1849) gründete im Jahre 1811 die Friedrich-Wilhelms-Hütte, früher Eisenhütte Dinnendahl und einer der wichtigsten Betriebe Mülheims.
Eisenstraße (1914) Schlägel und Eisen sind Berufszeichen der Bergleute.
Finefraustraße (1915) Flözbezeichnung
Fritz-Thyssen-Straße (1967) Dr. Fritz Thyssen war der 1. Sohn des Firmengründers August Thyssen, er war Mitgründer des Stahlwerks.
Geitlingstraße (1914) Das Flöz Geitling gehörte später zur Zeche Leybank.
Glückaufstraße (1930) "Glück auf" war der Gruß des Bergmanns.
Hafenstraße (1939) Hugo Stinnes regte den Bau eines Rhein-Ruhr-Hafens an, der 1910 beschlossen und 1927 eröffnet wurde.
Hinnebecke (1961) Flözname nach einem in die Ruhr mündenden Bach.
Humboldtring (1973) Hier befand sich früher die Zeche Humboldt, heute steht hier das Rhein-Ruhr-Zentrum.
Josef-Zerwes-Weg (1974) Josef Zerwes war der Direktor der Friedrich-Wilhelms-Hütte.
Kanalstraße (1914) Hier verlief der Entwässerungskanal des Eisenbahngeländes an der Werkstätte.
Kiekweg (1922) Kiek war eine Kohlengrube, sie gehörte zur Zeche Sellerbeck.
Knappenweg (1937) Ein Knappe ist ein ausgelernter Jungbergmann.
Kohlenkamp (1728) Der Kohlenkamp ist eine der ältesten Geschäftsstraßen; hier waren auch Kohlehändler ansässig.
Koloniestraße (1914) Hier liegt eine Siedlung, die damals Kolonie genannt wurde; sie wurde für Arbeiter und Angestellte der Rheinischen Eisenbahn erbaut.
Kreftenscheerstraße (1914) Die nach dem Flöz Kreftenscheer benannte Straße gehört zur Zechensiedlung Mausegatt.
Kruppstraße (1901) Friedrich Krupp gründete 1811 eine Gussstahlfabrik in Essen.
Lederstraße (1914) Mülheim war im 19. Jahrhundert bekannt für Gerbereien und Lederfabriken
Leinpfad (1979) Gegen den Strom mussten früher die Lastkähne von Pferden an langen Leinen gezogen werden.
Leybankstraße (1915) Hier befand sich die Zeche Leybank, sie wurde 1880 stillgelegt.
Mausegattstraße (1914) Hier befindet sich die ehemalige Arbeitersiedlung der Zeche Wiesche. Der Flöz Mausegatt, soviel wie "Mauseloch", hatte wegen geologischer Störungen Ähnlichkeit mit dem gewundenen Gang einer Feldmaus.
Nebenbank (1972) Ein kleines Flöz, das neben einem größeren liegt, wurde häufig als Nebenbank bezeichnet.
Parallelstraße (1888) Die Straße verläuft parallel zur Bergisch-Märkischen Eisenbahn.
Rathausmarkt (1911) 1839 wird der Markt an die heutige Stelle verlegt, drei Jahre später entsteht das erste Rathaus.
Riekenbank (1950) Riekenbank war ein besonders gutes Flöz.
Rosendeller Straße (1902) Hier lag die Zeche Rosenblumendelle ( siehe Blumendeller Straße).
Ruhrstraße (1822) Die Ruhr hatte eine große wirtschaftliche Bedeutung; sie war ab dem 18. Jahrhundert schiffbar und viele Schiffer waren in MH ansässig.
Sarnsbank (1961) Flözbezeichnung
Schachtweg (1921) Er verläuft auf dem Gelände der Zeche Sellerbeck.
Schieferbank (1964) Flözbezeichnung. Die Straße Schieferbank verläuft auf dem Gelände der Zeche Wiesche.
Schlägelstraße (1900) Schlägel und Eisen sind die Berufszeichen der Bergleute.
Schüttberg (1911) Der Weg führte von der Zeche Sellerbeck zum Schüttberg. Dort wurde die Kohle verladen.
Sellerbeckstraße (1911) 1840 war Sellerbeck die größte Zeche im Ruhrgebiet, im Jahre 1905 wurde sie stillgelegt.
Stahlstraße (1922) Die Stahlstraße liegt in der Papenbusch- Siedlung.
Steigerweg (1952) Der Steiger als Absolvent einer Bergschule hat im Bergbau die Aufsichts- und Leistungsfunktionen eines Ingenieurs.
Trooststraße (1914) Johann Caspar Troost errichtete am rechten Ruhrufer die Spinnerei, Weberei und Druckerei im Luisental zur Baumwollverarbeitung.
Vorsterweg (1989) Herman Vorster (1757- 1832) war der erste Bürgermeister der Stadt von 1808 bis 1813.
Voßkuhle (1946) Das Flöz Voß wurde ab dem 18. Jahrhundert abgebaut. 1814 wurde die Zeche Voß an die Zeche Sellerbeck angeschlossen.
Wiehagen (1980) Kohlenflöz
Wiescher Weg (1902) Hier befand sich die Zeche Wiesche; sie wurde 1954 stillgelegt.
Wissollstraße (1955) Die Schokoladenfabrik Wissoll wurde 1912 gegründet. Wissoll gehört zur Tengelmann-Gruppe, die zu den größten Einzelhandels- Unternehmen der Welt gehört.
Wolfsbank (1990) Das Flöz Wolfsbank erstreckt sich nordöstlich der ehemaligen Zeche Rosenblumendelle.
Zechenbahn (1914) Hier verlief die Bahntrasse vom Bahnhof Oberhausen zur Zeche Roland.
Zehntweg (1887) Hier wurde die Kohle abgefahren, die der Herrschaft Broich aus der Förderung der Zeche Sellerbeck zustand.
Zinkhüttenstraße (1887) Hier stand die im Jahre 1846 gegründete Zinkhütte. Sie wurde im Jahre 1873 stillgelegt, weil Bauern wegen der Rauchbelästigung Schadenersatzforderungen gestellt hatten.